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Gedanken zum Vortrag von Tabea Siebertz und mir auf der re:publica 2014

Unsere Idee für den Vortrag „Digital Citzienship – ein intergenerationelles Zwiegespräch“ war gewesen, einmal ein Thema anders rp14
als mit einem traditionellen Vortrag zu präsentieren. Wir wollten die Themen Privatheit und Datensicherheit aus den Perspektiven unterschiedlicher Generationen ansprechen. Dazu hatten wir uns mit einem Skript vorbereitet, welches die verschiedenen Rollen inhaltlich ausfüllte. Als dann die Präsentation anstand, ergaben sich mehrere Probleme. Zum einem wurden wir in eine Gruppe verortet, in der die drei anderen Referate praktische Anwendungen vorstellten – zB Minecraft im Unterricht oder Half-Life als Drama für den Literaturunterricht -, während wir eher theoretisch orientiert waren. Zum anderen wurden uns von den 15 beantragten Minuten Vorstellung und Umbau vom Vorredner abgezogen, so dass nur 10-12 Minuten übrig blieben. Wir hatten zwar in unserer Gruppe mit ca. 60 Teilnehmern viel Publikum, aber wir waren nach unserer Präsentation doch Tabea_Stefan_rp14unzufrieden. Dies lag daran, dass unser Konzept des gestalteten Zwiegesprächs nicht wie gedacht aufging. Es lässt sich eben nicht ein Text vorschreiben, den man dann nicht ablesen will – was ja die Idee eines Gespräch zerstört hätte -, zugleich aber immer darauf referieren will, denn sonst hätte ihn man ja nicht vorbereiten sollen. So war es aber von Beidem etwas, aber auch nicht Richtiges. Des Weiteren hatten wir das Gefühl, dass das Publikum etwas anderes, nämlich konkrete praktische Beispiele erwartet hatte, und möglicher Weise ein großer Teil mit Habermas nichts anfangen konnten, auf den wir uns mit dem Begriff der Öffentlichkeit bezogen haben. Jedenfalls war es eine interessante Erfahrung, aber wir würden es nicht noch einmal so machen. Beruhigend war dann doch, dass anschließend einige von den Medien uns gut fand und ein Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung uns für die Thematik gelobt hat und meinte, unser Thema hätte mit einer Stunde angesetzt werden sollen. So fährt man kopfhörerdoch etwas beruhigter nach Hause. Die re:publica als Veranstaltung war mit wenigen und kurzen Pausen und lautes Umfeld etwas stressig. Zu Letzterem: ein größerer Raum war für zwei parallele Vorträge nur durch einen Vorhang getrennt, so dass in der einen Gruppe alle Kopfhörer aufhatten und so ihrem Vortrag lauschen mussten. Der Lärm aus der Nachbargruppe war aber trotzdem nicht zu überhören. Auch war wie immer auf vielen Veranstaltungen manches langweilig, manches schon längst gesagt worden.  Aber insgesamt eine interessante Veranstaltung mit vielen neuen Eindrücken und eine gute Erfahrung.

Impression von der gamescom in Köln

Ich kam mir schon irgendwie eigenartig vor, auf der Welt größten Computerspielmesse, der gamescom inL1020414 Köln, auf der ich einen Tag war. Das waren weniger die Spiele als die Besucher, die einige Generationen von mir entfernt waren. Das Durchschnittsalter dürfte so bei 20 Jahren gelegen haben. Trotzdem war es sehr interessant. Neben den Ausstellungen, auf die ich gleich zu sprechen kommen, gab es auch eine Konferenz, an der ich teilgenommen (aber nicht alles mitgemacht) habe. Der gamescom congress  hat sich vor allem mit Jugendmedienschutzfragen bezüglich Computerspiele beschäftigt und war in seinen Diskussionen sehr stark durch ein Interview mit Gerhard Florin bestimmt, der in Spiegel-Online (auch in Heise-Online noch einmal) die Forderung vertreten hat, die USK, also die Altersfreigaben in Deutschland, durch den Pegi-Standard (Pan-European Game Information) zu ersetzen sowie die Indizierung abzuschaffen und nur die normalen Altersfreigaben bis 18 Jahren zu deadspacevergeben. Dieses System wird in 25 europäischen Ländern benutzt, außer in Deutschland. In dem Panel, an dem ich teilnahm, bekamen wir einen Ausschnitt aus einem in der USK umstrittenen Gewalthaltigen Computerspiel zu sehen – Dead Space –  und sollten dann wie in der USK unser Urteil abgeben. Interessanterweise waren der Vertreter des Jugendmedienschutzes Hilse, der FDP-Politiker Lindner, der EA-Vertreter Lorber und ich alle der gleichen Meinung, nämlich dass dies ein 18er Spiel sei. Ich plädierte auch dafür, neue Altersgrenzen für die Kennzeichnung vorzunehmen (0, 6, 10, 14 und 16) und eine Indizierung nur sehr engen Bedingungen (zB Kinderpornografie, Spiele mit Nazisymbolen) auch für Erwachsene zu verbieten. Ansonsten hat Maic Masuch von der Uni Duisburg-Essen einen sehr interessanten, differenzierten und kritischen L1020403Vortrag zu Serious Games gehalten, der auf fehlende Forschung zu den potenziellen Lerneffekten hinwies.

Nun zu der Messe selbst. Ein kurzer Rundgang gab einen vielfältigen Eindruck von den neuen Spielideen, aber auch von denL1020383 aktuellen Hits. Als ich in den Nintendo-Bereich kam, war ich etwas überrascht: an dem heißesten Tag des Jahres – draußen in Köln waren es wahrscheinlich gefühlte 38 Grad – empfingen dort einem Weihnachtsmänner in einer Schneelandschaft. Das Ganze war Werbung für das neue Wii-Spiel Vancouver 2010 (Olympische Winterspiele), in dem man verschiedene Winterspiele machen kann. Interessant fand ich das Bob-Rennen, in dem mehrere Spieler gemeinsam einen Bob durch die L1020385Eisbahn bewegen müssen. Dies ist übrigens einer der Trends, nämlich interaktive soziale Spiele, in denen mehrere zusammen spielen. Fitness-Spiele sind ebenfalls ‚in’, wie Nintendo auf seiner Wii zeigt. Auch die Skater-Szene L1020415war mit Hawks stark vertreten und man konnte auf einem Board virtuell skaten. Überhaupt ist ‚virtuell’ ebenfalls ein Trend, wie ein virtuelles Tischfussball. Auch das iPhone bzw. das iPod touch entwickelt sich immer mehr in der Spielszene, wie L1020404entsprechende Geräte zum Steuern zeigen. Auch Serious Games sind ein Trend, auch schon für Kinder. Nintendo hat dazu sogar seine DS klassenzimmerreif gemacht. Nicht zu letzt kann man auf der Messe viele in nächster Zeit auf den Markt kommende Spiele schon in L1020387Filmsequenzen anschauen und dafür stand man – auch viele Frauen! – gerne Schlange. Ich habe mich damit begnügt, mir alles in Ruhe anzuschauen und lieber zu Hause einen Bericht zu schreiben. Hier ist er!

Ed-Media – Part VI

Nun ist das Ende der Ed-Media 2009 gekommen und es heißt Abschied nehmen (ich bleibe aber noch eine WocheHawaii2009_alle_hoch länger auf Big Island, um an einigen Texten zu arbeiten). Was hat diese Tagung für mich bzw. uns gebracht? Es gab in vielen Vorträgen Anregungen für die eigene Arbeit, die ich in nächster Zeit aufgreifen werde. Zwei Themen scheinen besonders wichtig zu sein: ‚social networks’ als Lernumgebungen und ‚Personal learning environments’, die in die sozialen Netzwerke eingebunden sein sollten. Es wurde auch sehr kritisch mit dem Medieneinsatz umgegangen. David Merrill hat dies treffend ausgedrückt: „A bad lecture online is a terrible lecture“. Entscheidend ist der soziale, kulturelle und pädagogische Einsatz neuer Medien und da sind wir bei dem, was wir schon seit einiger Zeit als Motto unserer eigenen Arbeit ansehen: „Neues Lernen mit Medien„ und nicht „Lernen mit neuen Medien“. In diesem Sinne werden wir weiter an unseren Anwendungen arbeiten und deren Qualität auf der E-Media 2010 vorstellen, die in der wunderschönen und anregend Stadt Toronto stattfindet.

Ed-Media – Part V

Hawaii_merrillDie restlichen Keynotes sollen aber auch noch gewürdigt werden. Dazu gehören zum einem der Vortrag von David  Merrill, der zwar als Verbindung zwischen einem instruktionistisch orientierten und einem konstruktivistischen Ansatz gedacht war, jedoch sehr eng an dem ‚instructional design’ sich orientierte. Dies wurde auch in dem hinter seinem Rücken projizierten Twitter-Kommentaren sehr deutlich, die während seines Vortrags ihn heftig wegen seiner Rückwärtsgewandheit kritisierten und meinten, dass dies doch alles Diskussionen von vor zehn Jahren waren. Dies griff Tom Reeves in seinem hervorragenden Vortrag mit dem Titel „Little Learning, Big Learning: In Defense of Authentic Teask“ auf. Auch er wandte sich gegen den instruktionistischen Ansatz und verwendete dabei wissenschaftstheoretische wieHawaii2009_Reevesauch methodologische Argumente. Trotzdem war der Vortrag sehr konkret mit Beispielen und Anwendungen versehen, so dass keine Langeweile aufkam. Besonders hervorzuheben ist noch der Vortrag von James Morrison, eine schon emeritierter Professor, der aber in der ganzen Welt Hochschulen berät. Sein Vortrag lautete zwar „Addressing the Problem of Faculty Resistance to Using Educational Media in Active Leanring instructional Strategies“, aber anstatt ich zu halten, stellte er dem Publikum zwei Fragen, die sie in Gruppen beantworten sollten: „Was sind die Gründe für den Widerstand in den Fakultäten Hawaii2009_Morrisonbezüglich des Einsatzes neuer Medien in der Lehre?“ und „Wie kann am Besten der Widerstand überwunden werden“. Dies war eine gute Abwechslung und wurde auch entsprechend honoriert. Leider verblieb dabei aber nicht genügend Zeit, um seine Einschätzung und Antworten zu den beiden Fragen kennen zu lernen.Hawaii2009_Gruppen

Ed-Media – Part IV

Nun sind auch die anderen der AG Medienpädagogik mit ihren Präsentationen dran gewesen. Zuerst referierte PetraHawaii2009_Petra2 über die Anwendung „Interation and Commnication as Basis for Teaching Educational and Advisory Activities: A Blended Leaarning Application„. Sie hatte ein interessierte Publikum und neugierige Nachfragen. Und Ioanna präsentierte in einem ausgezeichneten Englisch die MekoLLi-Anwendung mit dem Titel „MekoLLi: Creating Multimedia Learning Environments in a Constructivist Context – An Online-Application for Prosepective Teachers“. Leider waren außer den AG-Mitgliedern nur wenige Teilnehmer Hawaii2009_Ioannada, was aber an dem letzten Panel Freitagvormittag kurz vor Ende der Tagung lag. Auch zeigte man sich für unsere Entwicklungen interessiert. Insgesamt wurde deutlich, dass unsere Arbeiten mit den meisten internationalen Entwicklungen mithalten können. Wir müssten nur mehr englischsprachige publizieren und unseren Forschungsanteil erhöhen bzw. erweitern. Die Erfahrungen von der Ed-Media 2009 in Hawaii sollten uns jedoch anspornen, hier mehr Engagement zuzeigen. Trotzdem bin ich sehr stolz auf die Leistungen unser AG Medienpädagogik, insbesondere natürlich auf diejenigen, die sich für die Ed-Media engagiert haben: Petra, Hannah, Lena, Ioanna und Betty. Vielen Dank!

Ed-Media 2009 – Part III

Abends war dann die Posterpräsentation, wo wir aus der AG Medienpädagogik unserer E-Learning-Anwendung BaSiS vorstellten. Lena, Petra, Betty und Ioanna beantworteten zwei Stunden lang die Fragen der interessiertenHawaii_Poster1Kongressteilnehmer. Insgesamt waren 150 Posters angekündigt, wobei jedoch ca. 40 Stände leer bleiben. Posterpräsentationen bieten eine gute Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen, da einfach mehr Zeit zur Verfügung steht. Auch kann man sich in Ruhe mit Projekten befassen und mit den Kolleginnen und Kollegen ein Gespräch führen. Bei den Poster-Awards sind wir entgegen den eigenen Hoffnungen leer Hawaii_poster2ausgegangen. Trotzdem zeigten die Gespräche ein großes Interesse an der Präsentation. Was besonders gut ankam und eine gewisse Attraktivität herstellte waren die Comics, die von allen gelobt wurden.

Ed-Media 2009 – Part II

Der heutige Tag brachte zwei interessante Vorträge, neben vielen anderen kleineren Präsentationen.  Stephens Downes machte in seinem Vortrag „Beyond Management. The Personal Learning Environment“ social networks fürHawaii_Downes die Gestaltung einer personalen Lernumgebng stark, Er zeigte an seiner eigenen PLE wie diese aufgebaut sein kann und welche Medien dazu genutzt werden können. In dem anderen Vortrag, von Richard Schwier „Pursuing the elusive metaphor of community in virtual learning environments“, wurde die interessante Unterscheidung zwischen formellen, informellen und nicht-formellen Lernen. Seine These ist auch, dass Engagement Hawaii_Schwiersim Online-Lernen wichtiger ist als Interaktion. Beide Vorträge waren sehr anregend und ich denke, dass ich einige Dinge in meine eigene Arbeit übernehmen werde. Die anderen Vorträgen, meist kleine Paper-Presentations, enttäuschten dagegen, da meist Banalitäten vorgestellt worden.

Ed-Media 2009 – Tagungsablauf

Zwischendurch einmal etwas zum Tagungsablauf hier in Hawaii selbst. Die Tagung findet wie schon erwähnt in einem Hotel statt. Da dies direkt am Strand liegt, hat man immer einen schönen Ausblick auf den Strand.Hawaii_raum3 Die Räume sind in dem Hotel komfortabel ausgestattet. Morgens beginnen die Vorträge um 8.30 Uhr, aber ab 8 Uhr bekommt man Kaffee und Croissants. In dem Raum steht immer Wasser zum Hawaii_raum4Trinken.

Mediale ist man hier natürlich sehr gut ausgestattet. Etwas besonders ‚in’ ist hier Twitter. Jeder kann seine Kommentare während des Vortrags abgeben. Diese erscheinen zeitgleich auf einer Projektion parallel zu den PowerPoint-Foliender Vortragenden, so dass man sie mitlesen kann. Viele haben außerdem ihr Notebook und verfolgen entweder die Hawaii_twitter2angegebenen Links, schauen sich das Tagungsprogramm an oder – wie es anscheinend die meisten machen – checken ihre E-Mails. Insgesamt sind hier in Hawaii weniger Teilnehmer als auf den anderen Tagungen. Hawaii_emailcheckVielleicht ist dieser Ort zu weit weg oder die Finanzkrise hält viele davon ab, hierfür Geld auszugeben.

Ed-Media 2009 – Part I

Hawaii2009_alle_runterNachdem wir gestern die Hawaii Pacific University (HPU) besucht haben, steht heute und den Rest der Woche die Ed-Media 2009 im Mittelpunkt. Die Ed-Media ist eine interessante Tagung, da dort viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt versammelt sind und ihre Entwicklungen als auch Forschungsergebnisse vorstellen. Hier werden aktuelle Trends und Diskussionen vorgestellt und es gibt die Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen. Es nehmen etwa 2.000 Menschen aus über 60 Ländern teil. Dieses Jahr findet die Ed-Media in Honolulu statt, jedoch mit weit weniger Teilnehmer, nämlich ca. 1.000. Der Veranstaltungsort ist immer ein Hotel, da dort ausreichend Räume und Service für so viele Menschen zur Verfügung stehen. In Honolulu ist es das SheratonHawaii_SheratonWaikiki, das direkt am Strand liegt. Von den Vortragsräumen aus blickt man auf Palmen und Sandstrand. So etwas können wir in Mainz auf unserer DGfE-Tagung 2010 leider nicht bieten. Auch wird das Wetter dann nicht die 30-Grad-Grenze überschreiten wie hier in Hawaii.

Der Tag begann mit dem Gesang einer hawaiinischen Frau, die in ihrem Lied von den Hawaii_FrauAufgaben und Herausforderungen der Erziehung in ihrer indigenen Kultur erzählte. Daran schloss sich der Hauptvortrag des Tages mit Tara Brabazon an. Dies war ein fulminanter Start! Ihr Vortrag „Mayhem, Magic, Movement and Methods: Teaching and Learning about Hearing and Listening“ handelte von der Bedeutung des Auditiven beim Lernen. Sie schilderte ihre Erfahrungen in einem Methodenkurs, in dem die Studierenden sich beschwerten, dass sie zwar Forschungsmethoden im Medienbereich kennen gelernt hätten, diese aber nicht ausreichend anwenden könnten. Anstatt mit Büchern oder Skripten zu arbeiten, entwickelte sie Audiofiles zum Lernen. Darüber hinaus stattete sie alle Studierenden mit MP3-Recorden aus, damit diese nicht Vorlesungen und Seminare aufnehmen konnten, sondern selbst aktiv in der Produktion vonHawai_BarbarzonAudiomaterial wurden. Das fantastische an diesem Vortrag war nicht der Inhalt und die Argumentation, sondern besondern die Art und Weise, wie Tara das Thema vortrug. Sie lief vor ihrem Publikum – ca. 300 Teilnehmer – auf und ab und verstand es, durch ihre rhetorischen Fähigkeiten alle im Bann zu halten. Es war fast schon eine Performance, die sie de Publikum lieferte.

Was mir besonders gefallen hat: der Begrüßungsredner – dessen Name ich leider vergessen habe – hat sich in seinem Hawaii_RednerOutfit für die Tagung voll dem dresscode in Hawaii angepasst. So kann man (leider) auf unseren Tagungen nicht auftreten!