Archive for Oktober 2010|Monthly archive page

Shanghai 3

Der Donnerstag begann mit einem Besuch in dem Seminar von Masterstudierenden bei Ke Yu, dem ich die Einladung an die

 

Ke YU und Stefan

 

Universität verdanke. Ich stelle einiges über die Nutzung digitaler Medien in unseren deutschen Schulen vor, besonders der neue Trend zu interaktiven Whiteboards. In dem Seminarraum stand selbst ein solches, so dass ich den Aufbau gut illustrieren konnte. Die Studierenden waren von den Möglichkeiten beeindruckt, die die präsentierten Beispiele aufzeigten. Zugleich diskutierten wir aber auch die Frage, ob der finanzielle Aufwand sich rechtfertigen lässt. In chinesischen Schulen gibt es zwar noch wenige solcher Whiteboards, aber die Schulen – jedenfalls die ‚besseren’ – statten sich schon damit aus. Am Nachmittag durfte ich dann einen Vortrag zum Thema „Teacher education and media literacy“ vor ca. 200 Studierenden halten. Eigentlich handelt es sich bei der Veranstaltung um eine Ringvorlesung, die nur von den Dekanen der Shanghai Normal University gehalten wird. DA ich aber auch Dekan bin, durfte ich diese Vorlesungsreihe mit meinem Beitrag eröffnen. In dieser Veranstaltung zeigten die Studierenden besonders starkes Interesse an meinem Thema, was besonders dadurch auffiel, dass sie viele Fragen stellten, das sonst nicht üblich ist. Als ich meinen iPad benutzte, um einen Film, den ich nur darauf mitgebracht hatte, vorzuführen, ging eine Raunen und ‚Ahs’ und ‚Ohs’ durch den Hörsaal. Irgendwie stehen die Chinesen anscheinend auf den iPad, den diesen Effekt erlebte ich fast jedes Mal. Er ist aber aufgrund seines hohen Preises für die meisten chinesischen Studierenden unerschwinglich. Er ist jedoch in der Hinsicht besonders attraktiv für sie, da sie auf solche ‚gadgets’ stehen. Mir wurde gesagt, wer einen Apple-Computer habe, sei ‚cool’. Diese modernen digitalen Medien stehen jedoch in starken Kontrast zu manchen Hörsälen, die ich besuchte. Sie haben noch sehr alte Holzbänke und kaum modernisiert worden. Trotzdem habe ich durch diese zwei Veranstaltungen einen guten Einblick in die Denkweisen der chinesischen Studierenden bekommen.

Gärten und Parks in Tokyo und Shanghai

Eine Besonderheit asiatischer Städte sind die vielen Parks und Gärten, die es in den Stadtgebieten gibt. Sie stellen Ruhepole in der städtischen Hektik dar. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist der Eingang kostenfrei. Manche sind deswegen auch mit einer Mauer umgeben, um den Lärm abzuhalten. Was in Shanghai besonders auffällt ist, dass viele ältere Menschen sich hier treffen, um entweder nur miteinander zu plaudern, Spiele zu spielen – meist die Männer beim Kartenspielen – oder, was uns besonders beeindruckt hat, gemeinsam Musik zu machen. Entweder wird eine Stereoanlage mitgebracht und klassische chinesische Lieder im Karaoke-Stil geboten, oder andere packen ihre Instrumente aus und begleiten di Sängerin. Auch tanzende Paare haben wir gesehen. Zugleich trifft man aber auch viele junge Paare hier, die wahrscheinlich nur hier einen ungestörten Ort zur Gemeinsamkeit finden. Dann gibt es wieder Parks, wo man entweder auch noch im hohen Alter Walking macht oder man sieht sie in den typischen chinesischen Schlafanzügen im Park wandeln, die auch zum Ausgehen gemacht sind. In einem japanische Park konnte wir eine Hochzeitspaar beobachten, das vermutlich hier eine Trauung vorgenommen hat. Die Parks sind alle auch sauber und sehr gepflegt angelegt.

The Highschool Affiliated to Fudan University und Fudan University

Der Mittwoch war durch zwei Ereignisse bestimmt: morgens besuchte ich ein Gymnasium – The Highschool Affiliated to Fudan

Highschool Affiliated to Fudan University

University – und nachmittags hatte ich einen Vortrag über unser ZEITLast-Projekt an der renommierten Fudan-Universität. Das Gymnasium ist dieser Universität angeschlossen und auch benachbart. Beeindruckend ist das gesamte Gelände und das Gebäude. Alles ist mit Grünflächen und Pflanzen angelegt. Empfangen wurde ich vom stellvertretenden Schulleiter (mein Besuch wurde schon am Schultor in Leuchtschrift angekündigt), der  mir ausführlich die Schulgeschichte und die Schulstruktur vorstellte. Die Schule hat 2.000 Schülerinnen und Schüler – davon 400 internationale aus 16 Ländern – sowie 230 Lehrpersonen. Die Schule ist einer renommiertesten in Shanghai, wenn nicht sogar in China. Ein eigenes Schulmuseum, in dem ausgestllt ist, wer alles hier an der Schule gelernt hat und welche Besuche hier waren (z.B. Bill Clinton zweimal) – macht dies deutlich. Alles ist nur mit dem Feinstes ausgestattet. In dem Besucherraum standen dicke Ledercouches und –sessel, die so vornehm ich an noch keiner deutschen Schule gesehen habe, so dass ich mich unbedingt darin fotografieren lassen wollte (man beachte auch die Mao-Figur auf dem Tisch). Überhaupt spielt das Fotografiert-werden eine große Rolle, wie man auf den weiteren Fotos sieht. Unterricht konnte ich leider nicht besuchen, dass war nicht ganz so üblich wie an der Grundschule, an der ich war. Aber durch die Fenster in den Türen konnte ich ab

Lehrerin an ihrem Arbeitsplatz

und zu einen Blick in den Klassenraum werfen. Fast alle Lehrer arbeiten hier mit ‚ppt’ wie es chinesisch genannt wird: mit PowerPoint. Eine Lehrerin für Informationstechnologien hat mir dann Auskunft über das Arbeiten mit Computer und Internet gegeben. Auch an dieser Schule arbeiten alle Lehrer mit einem ContentManagementSystem, in dem alle Schülerinnen und Schüler sowie der Leistungen verwaltet werden. Auch die Eltern können Einblick in den Leistungsstand ihrer Kinder nehmen, sie sehen, welche Hausaufgaben sie täglich bekommen und sie sehen – dies hat mich überrascht – wie viel Geld ihre Kinder in der Schule ausgeben, etwa für Essen oder anderes. Das Schulgebäude hat mehrere Bibliotheken, für Lehrer und Schüler getrennt, mit sehr vielen englischsprachigen Büchern, Zeitschriften sowie Tageszeitungen.

Man hatte auch eine große Leinwand mit meinem Geburtsjahr und meinem 60. Geburtstag gestaltet; siehe Foto (nein, es war zufällig, dass die Schule im gleichen Jahr gegründet wurde, in dem ich geboren wurde, so dass wir beide den 60. feierten;-)

An der Fudan University habe ich am Institute for Higher Education einen Vortrag vor Mitgliedern dieses Instituts sowie Studierenden zur Arbeitsbelastung deutscher Studierenden gehalten. An diesem Institut wird überwiegend zu politischen und ökonomischen Fragen der Hochschulbildung geforscht. Im Anschluss an meinem Vortrag konnten wir etwas über die Herausforderungen der Hochschule in der modernen Gesellschaft diskutieren und es wurde deutlich, dass unser altes, humboldtisch geprägtes Modell der Universität auch hier ein hohes Ansehen hat. Man diskutiert weiterhin die Verkürzung des schon beschriebenen 4+3 Modells von BA/MA-Studiengängen, da man es für zu lange hält. Die Grundfrage, die sich auch in China stellt ist die, wie zwischen  dem Ziel der Bildung und der Absicht, die Studierenden zur Berufsfähigkeit zu führen, ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. Abschließend wurden Gedanken zu gemeinsamen Forschungsprojekten, Workshops und gegenseitigen Besuchen ausgetauscht. Insgesamt hat mir dieser Tag einen guten ersten Einblick in chinesische Schulen und Hochschulen gegeben.

 

Shanghai Normal University

Diese Woche begann mit einem ausgiebigen Gespräch und anschließenden gemeinsamen Essen mit dem Dekan der School of

Dekan School of Education SHNU

Education der Shanghai Normal University (SHNU), deren Gäste wir sind. Diese Universität ist das Zentrum für die Ausbildung der Lehrer in Shanghai und 70% dieser Lehrer haben hier studiert. Der Dekan ist hier zugleich Leiter des Zentrums für Lehrerbildung und hat vielfältige Aufgaben in der Curriculumplanung. Man ist an einer Kooperation sehr interessiert, da man gerne von dem amerikanischen Einfluss etwas abkommen möchte. Außerdem haben die deutschen Universitäten – Dank Humboldt – einen gute Ruf. Die Modelle der Lehrerbildung sehen hier so aus, dass aufbauend auf einem 4-Jährigen BA-Studium ein 3-Jähriges MA-Studium folgt, man also insgesamt 7 Jahre studiert. Das MA-Studien stellt eine Spezialisierung dar, in der man etwa den Schwerpunkt „Educational Leadership“ wählen kann. Man bildet so Schulleiter aus. Diese werden übrigens meist aus der eigenen Schule rekrutiert, wobei es ein Ausschreibungsverfahren gibt. Man hat mir aber auch zu verstehen gegeben, dass meist das Schulamt schon bestimmte Kandidaten im Auge hat, die dann auch die Stelle bekommen. Am Nachmittag wurde ich dann in das Seminar von Prof Li eingeladen, der hier „Educational Technology“ vertritt. Kaum war ich in den Hörsaal eingetreten, wurde mir auch schon das Adapterkabel für den Beamer hingehalten und ich sollte etwas über Interaktive Whiteboards berichten. Dank zweier Videos, die ich aus Mainz mitgebracht hatte, konnte ich diese Aufgabe auch gut meistern. Man war an diesen neuen digitalen Tafeln sehr interessiert und auch mein iPad machte großen Eindruck. Was aber auffiel war, dass die Studierenden – etwas 20 – trotz meiner Aufforderung keine Fragen stellen wollten. Da ging dann Prof. Li sehr direkt auf einzelne Studierende zu und fordert sie auf, mich etwas zu fragen. Das hat dann auch funktioniert. Mir viel weiterhin auf, wie veraltet das Gestühl war, im Gegensatz zu anderen Räumen bzw. den Schulen, die ich besuchte. Insgesamt bekam ich aber so einen guten Einblick in einen Seminarablauf, da ich nach meinem Vortrag noch da blieb und einem Referat mir anhörte. Da gab es keine Unterschiede zu unseren. Ein gemeinsames Foto durfte

Seminar Prof. Li

natürlich nicht fehlen.

 

Besuch der Rixin Experimental School (Grundschule) in Shanghai

Die Grundschule wurde im Jahre 2003 gegründet; sie war vorher eine Mittelschule. Sie liegt in einem Randbezirk von Shanghai, einer etwas ärmeren Gegend. Ich wurde von dem stellvertretenden Schulleiter, einem Fachlehrer für neue Medien sowie einer Schulleiterin einer anderen Schule begrüßt, die zugleich Professorin für Lehrerbildung an der Universität ist. Nach einer einem Vortrag des Fachlehrers zur Nutzung der neuen Medien in dieser Schule, konnte ich mir die Schule sowie den Unterricht ansehen. Auffällig ist, dass alle Klassenzimmer zum Gang und in der Tür Fenster haben, so dass jeder hereinschauen kann. Außerdem standen alle Türen der Klassenräume offen. Der erste Eindruck war, dass alles sehr sauber und ordentlich ist. In jedem Klassenzimmer gab es einen großen LCD-Bildschirm, der von fast allen Lehrern, die ich sehen konnte, zur Präsentation genutzt wurde. Manche der Lehrerinnen – es waren meist Frauen – haben ein Mikrofon und an dem Gürtel ein Lautsprecher hängen. Da sie den ganzen Tag reden müssen, schonen sie so ihre Stimme. Mir wurde gesagt, dass dies aber die Lehrerinnen selbst finanzieren müssen. Die Lehrer haben auch die Mobiltelefonnummern aller Eltern der Schüler. So können diese per SMS benachrichtigt werden. Ist etwa ein Schulausflug geplant und es regnet morgens, dann verschickt der Lehrer eine SMS an alle Eltern, dass die Kinder normal in die Schule kommen sollen.  Eine Unterrichtsstunde dauert übrigens 35 Minuten, nicht 45 Minuten wie bei uns. Die Kinder sitzen alle an Einzeltischen, die aber verrückt werden können. Alle Schülerinnen und Schüler haben eine Schuluniform. In der Pause machen alle auf dem Schulhof begleitet von Musik gemeinsam Gymnastik. Nach der Pause beginnt der Unterricht mit einer Meditationsminute, die auch der Erholung der Augen dient.

Was die Schule weiterhin auszeichnet, aber auch an allen anderen Schulen üblich ist, dass Kommunikations- und Lernplattformen genutzt werden. Für die Kommunikation nach Außen, zum Beispiel mit den Eltern, der Schulverwaltung oder anderen Schulen, wird MSN+ genutzt, für die Kommunikation schulintern und zum Lernen der Schüler wird Moodle eingesetzt. Alle Lehrerinnen und Lehrer müssen eine Fortbildung zur Nutzung digitaler Medien mitmachen, können aber selbst entscheiden, ob sie letztere einsetzen wollen oder nicht. So mussten vor Schuljahresbeginn am 1. September diesen Jahres alle Lehrer dieser Grundschule eine Woche lang an einer Fortbildung zum Medieneinsatz im Unterricht teilnehmen. Insgesamt lehren sehr junge Lehrerinnen und Lehrer. Mir wurde erklärt, dies hänge damit zusammen, dass während der Kulturrevolution alle Hochschulen und bessere Schulen geschlossen und die Lehrer entlassen wurden. So konnte mach der Kulturrevolution mit einer neuen, jungen Generation neu anfangen. Es gibt kaum Lehrer, die nicht den Computer im Unterricht einsetzen. Sie kooperieren auch sehr viel untereinander und mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen über vernetzte Plattformen. Auch im ‚Lehrerzimmer’, dass in kleine Kabinen aufgeteilt ist, steht an jedem Arbeitplatz ein Computer. Interessant ist auch die Benotung. Schüler beurteilen sich selbst und werden von Lehrern sowie auch von ihren Eltern beurteilt. Aus diesen drei Bewertungen wird dann eine Gesamtnote gebildet, die auch der Schulverwaltung mitgeteilt wird bzw. auf der internen Webseite einsehbar ist. Die Lehrer sind nach Auskunft der Gesprächspartner alle von dem Nutzen der neuen Medien wie Computer und Internet zum Lernen überzeugt. Der Besuch hat mir gezeigt, wie selbstverständlich digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden können, ohne das dies groß problematisiert werden muss.

Shanghai 2

In Shanghai steht natürlich auch der Besuch der Expo 2010 an. Die Stadt hat sich dafür in den letzten Jahren sehr verändert. Alles wurde modernisiert und gesäubert, jedenfalls da, wo auch die Touristen normaler Weise hinkommen. So sind viele U-Bahn-Stationen modernisiert, Hochhäuser und Hotels gebaut und Straßen begründet worden. Auch versucht man überall Englisch zu sprechen. Die stärksten Veränderungen haben wir am Bund gesehen. Während vor zwei Jahren dort auf der Promenade viel fahrende Stände mit Essen zu finden waren, ist nun alles weg. Dafür wurden etwas weiter vom eigentlichen Touristenzentrum unterirdische Zentren mit Läden und Restaurants angelegt, die aber alle leer waren. Was sich dagegen nicht verändert hat ist, dass man auf der Haupteinkaufstrasse andauern wegen „watches“ oder „bags“ angesprochen wird; auf hundert Meter mindestens zehn Mal. Nun zur Expo. Das Gelände ist riesig und das Angebot groß. Auch wenn der Pavillon von China mächtig und schön ist (Foto), so kommt man jedoch nur mit einer Reservierung herein, zu der man ab morgens um 7 Uhr anstehen muss, um eine zu bekommen. Jedenfalls wurde uns mehrmals diese Auskunft gegeben. Dagegen mussten wir als deutsche Staatsbürger im Pavillon Germany nicht anstehen, sondern kamen durch den VIP-Eingang sofort herein. Das Angebot dort war sehr gut aufbereitet und zu dem Thema der Expo „better city, better life“ passend, obwohl die Möglichkeit, sich einen Gartenzwerghut aufzusetzen (Foto), nicht ganz dazu passt. Unserem Eindruck nach war der deutsche Pavillon mit einer der Beliebtesten. Eigentlich wollten wir auch die Ausstellung von Saudi-Arabien besuchen, die sehr empfohlen wurde. Um 18 Uhr war die Schlange dort jedoch so lang, dass eine Wartezeit von 4 Stunden angekündigt wurde, um dort hinein zu gelangen. Professionell gut gemacht mit zwei Werbefilmen über amerikanische Werte war das Angebot aus den USA. Beeindruckend war jedoch die Bearbeitung des Expo-Themas in einem Themencenter. In einem Gebäudeteil wurden je eine Familie aus den verschiedenen Erdteilen im Kontext eines Tagesablaufs vorgestellt (Foto: Familie in Brasilien). Dies war multimedial und auch von der Ausstellungspräsentation außerordentlich gelungen gemacht. In einem anderen Teil wurde die Zukunft der Stadt unter dem Aspekt der Verbesserung der Lebensbedingungen durch neue Verkehrsformen, andere Energieversorgung bessere Stadtplanung und ähnlichem vorgestellt. Auch wenn man viel laufen muss, man bekommt einen sehr guten Eindruck in das, wie jedes Land gerne sich selbst sieht.

Shanghai 1

Ein besonderes Erlebnis war heute der Besuch im Apple Shop in Shanghai, der erst vor Kurzem eröffnet wurde. Beeindruckend ist der Eingang über eine Glastreppe, die von oben in das Untergeschoss führt. Dort sind eine Vielzahl von Tische aufgebaut, auf denen die gesamte Applekollektion zum Ausprobieren zur Verfügung steht. Und dies wird ausgiebig genutzt. Ich schätze, dass ungefähr 600 bis 800 Leute in dem Shop waren und um die Tische standen. Am Beliebtesten war meinem Eindruck nach der iPad, gefolgt vom iPhone4. Überall wurde gespielt, gemalt und gesurft (im Shop steht ein freier Internetzugang zur Verfügung). Auffällig waren auch mindest zehn Mütter und Väter, die mit ihren jungen Kindern – ab ca. 2 Jahre – den iPad ausprobierten oder an den MacBook Pros Spiele spielten. Im Laden selbst wurden vom Personal an ausgewählten Tischen Software von Apple in Form von Vorträgen vorgestellt und erläutert. Shanghai hat seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren sich stark verändert. Neben den nun fertigen Hochhäusern sind viele Parks, Alleen und Grünanlagen angelegt worden, jedenfalls in den Bezirken, die nahe dem Expo-Gelände gelagert sind. Auch habe viele Hotels und die üblichen Modegeschäfte von H&M bis Armani eröffnet. Auch versucht man vermehrt, uns Ausländer in Englisch anzusprechen.

Tokyo 3

Ich hatte schon im vorletzten Bog geschrieben, dass mir Tokyo sehr jung vorkommt. Das zeigt sich besonders im Straßenbild. Hier laufen sehr modisch gekleidete junge Frauen und Männer herum, die anscheinend sehr viel Geld für ihre Kleidung ausgeben müssen. Auf der anderen Seite sind immer wieder die ‚verkleideten’ Mädchen auffällig, wie das Foto zeigen soll. Sie werden aber nicht angestarrt, wie dies sicher bei uns der Fall wäre, wenn man so bunt gekleidet auf die Straße ginge. Letztere sind vermehrt in einem Stadtteil anzutreffen, vor allem nach der Schulzeit am Nachmittag. Schulkinder tragen prinzipiell Schuluniform, die Jungens Krawatte – auch die Kleinsten -, die Mädchen kurze Röcke. Bei den Erwachsenen findet man ebenfalls einen einheitlichen Stil. Die ‚Büroleute’, und dies sind fast alle, die man jedenfalls morgens und abends auf der Straße antrifft, haben als Männer immer einen schwarzen Anzug, weißes Hemd, schwarze Schuhe. Einzig die Krawatte kann etwas variieren, wobei die Jüngeren und wahrscheinlich Statusniederen meist Grau bzw. Silberne tragen. Ebenfalls auffällig ist, dass die Japaner überall schlafen können und dies auch tun. Wie Fabian mir erzählte, trifft er in der Bibliothek mein Drittel der Besucher im Lesesaal mit dem Kopf auf dem Tisch schlafend an. Auch in der U-Bahn sieht man schnell die Köpfe nach unten sinken, anscheinend verpasst aber niemand seine Station. Tokyo ist jedenfalls eine spannende Stadt und einen erneuten Besuch mit mehr Zeit wert.

Tokyo 2

Das Treffen mit Professor Ogasawara an der Nihon Universität war nicht so einfach. Eigentlich sind die Professuren dieser Universität nur drei Tage in der Woche an der Uni, die anderen Tage verbringen sie anscheinend zu Hause. Der Termin mit mir war an so einem freien Tag ausgemacht. Und wurde vergessen. Wir warteten ca. eine dreiviertel Stunde bis er von zu Hause aus herbeigeeilt kam, nachdem er an den Termin telefonisch erinnert wurde. Nach mehrmaligen Entschuldigen kamen wir dann ins Gespräch, was aber nicht so einfach war, da er kaum Englisch sprach, so dass Fabian zum Teil übersetzen musste. Da er auch Professor für Medienerziehung ist, konnten wir uns gut über Projekte, Theorien und unseren Studierenden austauschen. Ein Rundgang über den Campus machte mir nochmals deutlich, wie heruntergekommen die Gebäude in Mainz sind, vor allem der SB II. Die Toiletten sind extrem freundlich gestaltet und werden von allen sauber gehalten, wie das Foto zeigen soll. Die Nihon Universität ist übrigens Partneruniversität der Universität Mainz, weshalb auch Fabian Nold einen einjährigen Sprachaufenthalt dort verbringt, wofür ein Stipendium bekommen hat. Professor Ogasawara und ich haben vereinbart, diese Partnerschaft in Zukunft im Bereich der Medienerziehung konkret auszubauen.

Tokyo 1

Die Tour in Asien beginnt mit einem langen Flug über Dubai und Seoul. In Dubai haben wir nachts von 23 Uhr bis 3 Uhr morgens vier Stunden Aufenthalt und der Flughafen ist wahnsinnig belebt. So viele Menschen aus unterschiedlichenLändern nachts auf einem Flughafen ist eine Überraschung. In Seoul haben wir vor dem Weiterflug nach Tokyo in einem Hotel in der Nähe eines anderen Flughafens als der der Ankunft übernachtet. Ich musste dem Taxifahrer mit meinem gespeicherten Plan auf mein Notebook den Weg zum Hotel zeigen. Dort waren wir in einem Zimmer, dass keine einzige Steckdose, dafür aber zwei aufgestellte PCs und einen riesigen LCD-Bildschirm fürs Fernsehen hatte. In Tokyo wurden wir von Fabian empfangen, der ausgezeichnet sich in Japanisch schon verständigen kann. Mit ihm sind wir in den letzten Tagen die Stadt erkundigen gegangen. Auffällig ist, dass – abgesehen von den Zeiten, in denen die Berufstätigen zur Arbeit gehen – fast nur junge Menschen auf den Straßen sind. Die sind entweder sehr modisch gekleidet oder aber als Manga-Figuren bzw. Cosplayer. Ansonsten fasziniert die Disziplin und Ruhe der Japaner. Wir sind mit unserem Hotel in der Nähe des Bahnhofs Shinjuku, wo täglich etwa 3,6 Mio. Pendler sind. Die durchschnittliche Verspätung der Züge und U-Bahnen liegt bei 20 Sekunden (!). Fantastisch war der Ausblick von Roppongi Hills, einem Hochhaus mit einer offenen Aussichtsplattform. Man hat bei Sonnenuntergang einen wunderbaren Ausblick auf Tokyo. Morgen geht es dann zur Universität von Fabian zu einem Treffen mit seinem Professor.