Archiv für 14. Oktober 2010|Tagesarchiv

Shanghai 3

Der Donnerstag begann mit einem Besuch in dem Seminar von Masterstudierenden bei Ke Yu, dem ich die Einladung an die

 

Ke YU und Stefan

 

Universität verdanke. Ich stelle einiges über die Nutzung digitaler Medien in unseren deutschen Schulen vor, besonders der neue Trend zu interaktiven Whiteboards. In dem Seminarraum stand selbst ein solches, so dass ich den Aufbau gut illustrieren konnte. Die Studierenden waren von den Möglichkeiten beeindruckt, die die präsentierten Beispiele aufzeigten. Zugleich diskutierten wir aber auch die Frage, ob der finanzielle Aufwand sich rechtfertigen lässt. In chinesischen Schulen gibt es zwar noch wenige solcher Whiteboards, aber die Schulen – jedenfalls die ‚besseren’ – statten sich schon damit aus. Am Nachmittag durfte ich dann einen Vortrag zum Thema „Teacher education and media literacy“ vor ca. 200 Studierenden halten. Eigentlich handelt es sich bei der Veranstaltung um eine Ringvorlesung, die nur von den Dekanen der Shanghai Normal University gehalten wird. DA ich aber auch Dekan bin, durfte ich diese Vorlesungsreihe mit meinem Beitrag eröffnen. In dieser Veranstaltung zeigten die Studierenden besonders starkes Interesse an meinem Thema, was besonders dadurch auffiel, dass sie viele Fragen stellten, das sonst nicht üblich ist. Als ich meinen iPad benutzte, um einen Film, den ich nur darauf mitgebracht hatte, vorzuführen, ging eine Raunen und ‚Ahs’ und ‚Ohs’ durch den Hörsaal. Irgendwie stehen die Chinesen anscheinend auf den iPad, den diesen Effekt erlebte ich fast jedes Mal. Er ist aber aufgrund seines hohen Preises für die meisten chinesischen Studierenden unerschwinglich. Er ist jedoch in der Hinsicht besonders attraktiv für sie, da sie auf solche ‚gadgets’ stehen. Mir wurde gesagt, wer einen Apple-Computer habe, sei ‚cool’. Diese modernen digitalen Medien stehen jedoch in starken Kontrast zu manchen Hörsälen, die ich besuchte. Sie haben noch sehr alte Holzbänke und kaum modernisiert worden. Trotzdem habe ich durch diese zwei Veranstaltungen einen guten Einblick in die Denkweisen der chinesischen Studierenden bekommen.

Gärten und Parks in Tokyo und Shanghai

Eine Besonderheit asiatischer Städte sind die vielen Parks und Gärten, die es in den Stadtgebieten gibt. Sie stellen Ruhepole in der städtischen Hektik dar. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist der Eingang kostenfrei. Manche sind deswegen auch mit einer Mauer umgeben, um den Lärm abzuhalten. Was in Shanghai besonders auffällt ist, dass viele ältere Menschen sich hier treffen, um entweder nur miteinander zu plaudern, Spiele zu spielen – meist die Männer beim Kartenspielen – oder, was uns besonders beeindruckt hat, gemeinsam Musik zu machen. Entweder wird eine Stereoanlage mitgebracht und klassische chinesische Lieder im Karaoke-Stil geboten, oder andere packen ihre Instrumente aus und begleiten di Sängerin. Auch tanzende Paare haben wir gesehen. Zugleich trifft man aber auch viele junge Paare hier, die wahrscheinlich nur hier einen ungestörten Ort zur Gemeinsamkeit finden. Dann gibt es wieder Parks, wo man entweder auch noch im hohen Alter Walking macht oder man sieht sie in den typischen chinesischen Schlafanzügen im Park wandeln, die auch zum Ausgehen gemacht sind. In einem japanische Park konnte wir eine Hochzeitspaar beobachten, das vermutlich hier eine Trauung vorgenommen hat. Die Parks sind alle auch sauber und sehr gepflegt angelegt.

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